Wirkung

Schokolade und ihre Wirkung

Geschichten rund um die Wirkung von Schokolade gibt es viele: Sie soll glücklich machen, aphrodisierend wirken, Leistung und Durchblutung steigern und sogar süchtig machen. Tatsächlich finden Wissenschaftler immer wieder Hinweise darauf, dass Schokolade beziehungsweise der in ihr enthaltene Kakao zahlreiche wirksame Stoffe enthält. Einige Forscher behaupten sogar, mit Schokolade könnten bestimmte Krankheiten behandelt werden. Sollte Schokolade also, wie bereits vor 200 Jahren, als Medikament angesehen werden? Was ist dran an den Mythen rund ums braune Gold?

 

Mythos 1: Schokolade macht glücklich

Schokolade enthält Stoffe, die – je nach Dosis – ein Glücksempfinden auslösen können. Und da liegt der Haken: Die Dosis ist zu gering. In Schokolade ist etwa der Eiweissbaustein Tryptophan enthalten. Baut der Körper diesen ab, entsteht das Hormon Serotonin, das manche auch als Glückshormon bezeichnen.

 

Neben Tryptophan kommen noch andere Stoffe in Schokolade vor: das Rauschmittel Anandamid, das Hormon Phenethylamin, die Stimulanzien Koffein und Theobromin. Die Konzentration dieser Substanzen reicht jedoch nicht aus, um einen Glückskick auszulösen. Und dennoch kann ein Mensch Glück empfinden, wenn er Schokolade isst – sofern sie ihm schmeckt. Der Geschmack löst unter Schokoladenliebhabern Glücksgefühle aus und weckt in manchen Fällen Kindheitserinnerungen, die ebenfalls die Stimmung heben können, wie Studien gezeigt haben.

 

Mythos 2: Schokolade wirkt aphrodisierend

Schokolade ist traditionell ein Geschenk der Liebe und gilt als eine äusserst romantische Aufmerksamkeit. Aber ist Schokolade wirklich ein Aphrodisiakum? Tatsächlich enthält Kakao das sogenannte Phenylethylamin. Phenylethylamin gilt als Muntermacher, der Puls, Blutdruck und Blutzuckerspiegel erhöht – allerdings nur in hoher Dosis. In Schokolade liegt Phenylethylamin in zu geringer Konzentration vor, als dass es wirksam sein könnte. Experten gehen daher davon aus, dass eine mögliche aphrodisierende Wirkung daher rührt, dass Schokolade – oder besser die Lust am Genuss von Schokolade – Phantasien freisetzt, die dann wiederum aphrodisisch wirken.

 

Mythos 3: Schokolade steigert die Leistung

In Schokolade sind Flavonoide enthalten. Diese fördern die Durchblutung des Hirns, hat der Professor für Stoffwechselphysiologie Ian MacDonald von der Universität von Nottingham herausgefunden. Er und sein Forscherteam verabreichten den Probanden einen Kakaotrunk, der mit Flavonolen angereichert wurde, einer Flavonoid-Untergruppe.

 

Die Wissenschaftler beobachteten die Hirne der Studienteilnehmer im Magnetresonanz-Tomografen. Das Ergebnis: Für zwei bis drei Stunden erweiterten sich die Gefässe bestimmter Areale. Dadurch könne sich die Hirnleistung verbessern, nimmt MacDonald an. Ob ein Mensch besser denken kann, wenn er gewöhnliche Schokolade vertilgt, ist aber nicht bewiesen.

 

Mythos 4: Schokolade bringt den Kreislauf in Schwung

Schokolade beziehungsweise Kakao soll angeblich 66 verschiedene Wirkstoffe enthalten, die potenziell Herz und Kreislauf schützen können. Tatsächlich gibt es einige Studien, die gewisse Inhaltsstoffe der Schokolade mit positiven Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung bringen. Dennoch warnen Experten davor, vermehrt Schokolade zur Stärkung des Herzens zu essen. Immerhin kann der hohe Kaloriengehalt zu Übergewicht führen und Übergewicht wiederum begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Mythos 5: Schokolade macht süchtig

Das behaupten viele Menschen von sich. In der Tat enthält Schokolade Stoffe, die abhängig machen können. Anandamid etwa, das auch in Cannabis enthalten ist. Doch die Konzentration ist zu gering, um körperlich süchtig zu machen. Ein Mensch kann allerdings psychisch süchtig nach der braunen Masse sein. Für den Suchtfaktor von Schokolade gilt: Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach.

 

Fazit

Schokolade enthält viele potenziell wirksame Substanzen, allerdings sind diese in den meisten Fällen zu niedrig dosiert, um einen positiven Einfluss auf den menschlichen Körper zu haben. Schokolade wirkt demnach allemal psychologisch. Auch in Zukunft wird Schokolade daher wohl keinen Beipackzettel bekommen.

 

Quelle: Planet-Wissen